Bilder ©Hannah Silberer, Maren Isigkeit

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Schlickteufel Triox-Seminar Hemmoor

Am 20.07.07 um 10.00 Uhr trafen sich fünf Taucher der Schlickteufel sowie ein "vereinsfremder" zum langersehnten DTSA Triox-Seminar im HGF-Gebäude am Kreidesee in Hemmoor! Als Teilnehmer waren dabei: Uwe Kanasliwas, Michael Karu, Sven Loose, Sven Jensen, ich selbst sowie Jorgo Papapanagiotou aus Mölln. Maren und Derk Remmers aus Hamburg fungierten als Referenten/Trainer und wurden dabei von Taucherärztin Dr. Hannah Silberer (Medizinreferat), sowie Matthias Pfister und Jan Hinrich Hoffmann (im Wasser) unterstützt!

Ziel dieses Seminars war es das Tauchen innerhalb der Sporttauchgrenzen (im Rahmen von Trioxtauchgängen im VDST auf 45 Meter erweitert), unter Verwendung von Helium im Atemgas zu vermitteln! Hierfür werden im VDST zwei Standardgemische vorgeschlagen, nämlich Triox 30/30 (30% Sauerstoff, 30% Helium) für Tauchgänge bis in 36m Tiefe sowie Triox 21/35 (21% Sauerstoff, 35% Helium) für Tauchgänge bis in 45m. Die Dekompression findet dabei mit kürzlich von Bernhard Hahn entwickelten Tabellen, vom Layout ähnlich der bekannten Deco 2000, statt.

So ging es am Freitag Vormittag gleich ans Eingemachte, genauer gesagt an den nicht geringen Theorie-Block, der uns an diesem Wochenende ständig verfolgen sollte! Grundvoraussetzung war dabei das Wissen aus Nitrox Bronze. Hinzukamen diverse Abhandlungen zum Thema Dekompression, bei dem uns auch aufgrund der teilweise fortgeschrittenen Stunde ein wenig der Kopf rauchte! Neben den Standardthemen Physik und Medizin wurde auch eine sinnvolle Ausrüstungskonfiguration für dererlei Tauchgänge behandelt.

Am frühen Nachmittag des ersten Tages ging es endlich an die Praxis! Getaucht wurde dabei zunächst mit Nitrox32, da dieser Tauchgang im Flachbereich stattfand und dem Training diverser Übungen gewidmet war wie z. B. Verhalten in einer "Ohne-Luft-Situation", eigenständiges Absperren der Ventile, Teamverhalten beim Tauchen und und und...! Nachdem das alle mehr oder weniger überlebt hatten, ging es dann zum Abendessen in den Gasthof Ohls! Die erste Runde Getränke war quasi sofort verdunstet, und als dann das sogenannte Essen herangefahren wurde, nahm der Gesichtausdruck der meisten die Form eines Fragezeichens an! Anscheinend hält sich der Betreiber eine eigene, nicht gerade kleine Bisonherde im Garten! Anders ist die Größe und Qualität der Steaks nicht zu erklären!

Nachdem dann diversen Tauchergeschichten, vor allem aus der deutschen Tauch-Szene gelauscht wurde (teilweise sehr interessant), machten sich bei einigen die Kugellager im Nacken (Uwe, Daniel) selbstständig und es wurde höchste Zeit, in die Kojen zu kriechen. Am nächsten Morgen um 09.00 Uhr sollte es schließlich mit weiteren Theorie-Teilen weitergehen!

Nach einer relativ kurzen Nacht im absoluten Tiefschlaf ging es nach einem ausgiebigen Frühstück wieder in den Hörsaal. Endlich durften wir rechnen und uns an den brandneuen Triox-Tabellen des VDST austoben. Es waren einige Beispiel-Tauchgänge zu rechnen. Außerdem sollte der als Nächstes auf dem Programm stehende TG auf 42 Meter hinsichtlich des Gasverbrauchs und der Deko durchgeplant werden. je nach Gruppe und den dort verwendeten Flaschengrößen war eine Grundzeit von 10 - 15 Minuten angesetzt.

Nachdem sich alle auf einen entsprechenden Austauchplan geeinigt hatten, ging es wieder an den See! Auch unsere Gemische, in diesem Fall Triox 21/35, also mit einem Helium-Anteil von 35%, waren dank Michael Deckert rechtzeitig fertig geworden! Nach einer Analyse des Sauerstoffgehalts per Analysegerät sowie einer Kontrolle über den "Stimmen-Test" (Donald Duck lässt grüßen), dass ausreichend Helium im Atemgas enthalten ist, stand dem geplanten Tauchgang nichts mehr im Wege! Für die meisten von uns sollte es der erste Triox-Tauchgang werden und entsprechend groß war die Neugier auf den zu erwartenden Unterschied hinsichtlich der Stickstoffnarkose, besser bekannt als Tiefenrausch!

Da bei Verwendung von Triox ein großer Teil des Stickstoffs durch Helium ausgetauscht wird und dieses Gas ein für den Taucher wesentlich günstigeres Narkoseverhalten hat, taucht man z. B. bei einem solchen TG auf 42m mit einem sehr klaren Kopf, vergleichbar mit einem Tauchgang mit normaler Pressluft auf ca. 24m!

Auch während dieses Tauchganges warteten natürlich wieder diverse Aufgaben darauf, von den Teilnehmern unter den strengen Blicken von Maren und Derk gelöst zu werden! Ständig bliesen erste Stufen und Ventile völlig unerwartet (:) ab, mussten Tauchkollegen nach ähnlichen Problemen mit Atemgas versorgt werden! Alle Nase lang blieb man mit Ausrüstungsteilen irgendwo hängen, von denen man gar nicht wusste das man sie überhaupt hat! Flossen wurden verloren, man wurde von Atom-U-Booten gerammt : und und und ...! Und das alles natürlich unter Einhalten der Grundzeit, der Austauchgeschwindigkeit sowie der diversen Dekostufen, die bei solchen Tauchgängen meistens schon im Bereich von 21m beginnen!

Abends folgte leider kein Essen mit der Bison-Herde, sondern es musste eine Pizza vom Bringdienst ausreichen! Da nämlich der Zeitplan ein wenig aus dem Ruder gelaufen war, wurde ein Theorieteil zum Thema Dekompression von ca. 20.45 - 23.00 Uhr abgehalten! Hoch interessant, jedoch wurde hier einiges an Wissen vorausgesetzt und bei den Folien konnte man nicht immer sofort erkennen, ob man den Bauplan der ISS oder eine Dekompressionstabelle vor sich hatte! Die Aufnahmefähigkeit war nach diesem Tag natürlich auch nicht mehr so groß!

Trotzdem ist jedoch scheinbar mehr hängen geblieben, als viele dachten, denn am nächsten Morgen wurde die theoretische Prüfung von allen erfolgreich abgelegt! Anschließend ging es noch mal mit Triox ins Wasser! Diesmal waren die Holztreppen unterhalb des Rüttlers das Ziel (45m)! Eigentlich sollte dies, zumindest in meiner Gruppe (Sven, Sven, Derk u. Matthias) ein entspannter Triox-Tauchgang werden, aber diese Aussage wurde am Ende des Briefings von Derk mit der Bemerkung relativiert, dass zumindest während der Grundzeit nichts passieren sollte! Wie erwartet gab es dann wieder diverse Problemchen während der Deko wie defekte Automaten etc.! Wieder wurden Flossen verloren, man verfing sich mit Leinen im Wald und so weiter! Alle Probleme waren jedoch, vor allem durch das während des Wochenendes geübte Teamwork lösbar, so dass auch dieser Tauchgang nach Plan absolviert wurde!

Nach der Abschlussbesprechung bei strömendem Regen im Pavillon vorm Imbiss erhielten alle Ihre ausgiebig bestempelten Abnahmekarten und konnten mit ein wenig Stolz auf dieses sehr lehrreiche und durch die Seminarleitung bestens vorbereitete Wochenende zurückblicken! Alles in allem ein interessantes Seminar, das bei einigen sicherlich Lust auf mehr gemacht hat und diverse Möglichkeiten aufgezeigt hat, tiefe und lange Tauchgänge ein wenig sicherer zu gestalten!

Bericht von Daniel Büsing